Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung
UN-Konvention in einfacher Sprache herunterladen (pdf)
Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
Broschüre der IG Metall zur Behindertenrechtskonvention herunterladen (pdf)
Ergebnisse der Kampagne “Alle Inklusive! Die neue UN-Konvention und ihre Handlungsaufträge” (pdf)
Integration vs. Inklusion
Definitionsgeschichtlich ist der Begriff der „Integration“ gegenüber der „Inklusion“ als veraltetes Konzept zu betrachten;
d.h. Integration will den Menschen mit Behinderung in ein bestehendes System einpassen, Inklusion hingegen betrachtet den Menschen von Anfang als Teil der Gesellschaft;
Inklusion nimmt keine Unterteilung in Gruppen (Menschen mit Behinderung, Frauen, Ausländer etc.) vor, sie will das System (z.B. Schule, Kindergarten, Arbeit, Wohnen) an die Bedürfnisse der Menschen anpassen;
Inklusion basiert auf dem „Diversity“-Ansatz – die Unterschiedlichkeit aller Menschen ist kein zu lösendes Problem, sondern eine Normalität – an diese Normalität wird das System angepasst und nicht umgekehrt;
Zugänglichkeit vs. Barrierefreiheit: anstelle der feststehenden „Barrierefreiheit“ wurde der Begriff der „Zugänglichkeit“ eingeführt.
Dies wird auch angesichts der schwierigen Debatte um die neue DIN 18040 (Barrierefreies Bauen) insgesamt als Rückschritt angesehen.
Selbstbestimmtes Leben vs. unabhängige Lebensführung: Übersetzung des Begriffspaares „Living independently“ muss „Selbstbestimmtes Leben“ heißen.
„Selbstbestimmtes Leben“ ist mit Einführung des SGB IX im Jahre 2001 ein feststehender Begriff zur Verwirklichung der Teilhabe.
Im Streitfall wird jedoch nicht der deutsche Text der Übersetzung gelten, sondern der englische Originaltext herangezogen!
Deutschland ist ein aufgeräumtes Land – ist „clean“.
Bei uns ist die Normalität durch Ordnungssysteme künstlich definiert. Jeder Mensch gehört einer oder mehrerer Gruppen an – abhängig von Geschlecht, Alter, Einkommen, Behinderung, ethnischer Zugehörigkeit u.v.m. Normal sind alle, die zu keiner Minderheit gehören. Dies verkennt, dass die Unterschiedlichkeit aller Menschen die wirkliche Normalität ist. Dieses „cleane“ Deutschland widerspricht der UN-Konvention und dem Inklusionsansatz, weil es Lebens- und Teilhabechancen systematisch sortiert und damit viele Menschen ausschließt.
In Deutschland integrieren wir wie die Weltmeister.
Arbeitslose, Migranten, Frauen, Ältere, Jüngere, Menschen mit Behinderung, sog. sozial benachteiligte Jugendliche, Familien, Dicke, Dünne, Kinder, Große und Kleine werden seit Jahrzehnten integriert. Jeder soll wissen, dass ihm nur Sondersysteme helfen, Teil der vermeintlichen „Normalität“ zu werden. Wollen wir das weiter so machen? Menschen von Beginn als Teil der Gesellschaft wahrzunehmen und zu fördern, ist der bessere Weg. Wen man nicht aussondert, braucht man auch nicht zu integrieren.

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